Schematherapie bei Borderline-Persönlichkeitsstörung - Intensivkurs

Freitag, 21.08.20, 15 bis 18:30 Uhr, Samstag, 22.08.20, 9:30 bis 17:30 Uhr

Dozentin:Dr. med. Eva Fassbinder, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Lübeck.

Seit 2014 Oberärztin und stellvertretende Leitung des Ambulanzzentrums Zentrum für Integrative Psychiatrie, Universität zu Lübeck. Leitung der Arbeitsgruppe Psychotherapieforschung und –entwicklung. Fortbildung in Schematherapie durch Arnoud Arntz, Jeffrey Young, Scott Kellog, Wendy Behary, Gitta Jacob, Joan Farrell und Ida Shaw. ISST-Anerkennung für Einzelschematherapie („Advanced“) und Gruppenschematherapie (Trainer/Supervisor Level). Forschungsschwerpunkte: Schematherapie und andere 3. Welle Methoden, Gruppenpsychotherapie, Persönlichkeitsstörungen (v.a. Borderline-PS), Depression, posttraumatische Belastungsstörung, Emotionsregulation. Buchveröffentlichungen und DVDs: “Therapietools Schematherapie” von Faßbinder, E., Schweiger U., Jacob, G. (2011). Weinheim: Beltz / „Therapietools Depression“ von Faßbinder, E., Klein, P., Sipos, V., Schweiger, U. (2015). Weinheim: Beltz. / „Stuhldialoge in der Psychotherapie“, 2 DVDs, 280 Min, von Faßbinder, E., Jacob, G. (2014). Weinheim: Beltz.

Inhalt:Die Verbreitung der Schematherapie hat in den letzten Jahren nicht zuletzt wegen der guten Studienergebnisse in der Behandlung von Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung große Fortschritte gemacht. Das Modusmodell stellt die häufig sehr komplexen Probleme dieser Patientenpopulation klar dar, gibt ein gutes Verständnis in deren Entstehungsbedingungen und wird sowohl von Patienten als auch von Therapeuten schnell gut angenommen. In der Behandlung wird zunächst gemeinsam mit dem Patienten ein individuelles Fallkonzept anhand des Modusmodells erarbeitet. Für Patienten mit BPS sind hierbei folgende Modi zentral: Stark ausgeprägte strafende Elternmodi, verletzliche, verlassene und wütende, impulsive Kindmodi sowie ein ausgeprägter distanzierter Selbstschutzmodus und der Modus gesunden Erwachsenen. Nach Erarbeitung des Fallkonzepts werden alle Schwierigkeiten und interaktionellen Auffälligkeiten in dieses Modell eingeordnet. In der Folge wird modusspezifisch interveniert, in dem bspw. der Patient unterstützt wird, den distanzierten Selbstschutz-Modus zu reduzieren, seinen strafenden Elternmodus zu bekämpfen oder seinen verletzten Kindmodus zu versorgen und zu trösten. Die schematherapeutischen Interventionen zielen somit nicht nur auf eine Veränderung der BPS-typischen-Symptomatik ab, sondern haben durch das Durchbrechen von überdauernden Bewältigungsmustern und Schemata eine langfristige Verbesserung der Lebensqualität in allen Bereichen zum Ziel.

Der Workshop wird entsprechend der aktuellen Entwicklung der Schematherapie die Arbeit mit dem Modusmodell ins Zentrum stellen. Anhand von Fallbeispielen werden das schematherapeutische Störungsmodell (Fallkonzeptualisierung mit Modusmodell) und zentrale schematherapeutischen Techniken vermittelt. In Kleingruppenarbeit mit Rollenspielen werden die Techniken dann intensiv geübt und vertieft. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, eigene Fälle einzubringen und darauf bezogene Fragen zu diskutieren.

Zielgruppe: Ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sowie anderweitig therapeutisch tätige Berufsgruppen, die schematherapeutisch arbeiten und die die Grundlagen der Schematherapie und des Modusmodells kennen.

Methoden: Mediengestützter Vortrag, Erarbeitung von BPS-spezifischen Moduskonzepten anhand von Fallbeispielen, Vorstellung therapeutischer Techniken in Rollenspielen oder Videodemonstrationen, intensives Einüben der therapeutischen Techniken in Rollenspielen, Besprechung von Fallbeispielen, Handouts