WS3 Modusmodell und Stühlearbeit

Donnerstag, 03.09.20, 10 bis 18 Uhr, Freitag, 04.09.20, 9:30 bis 13 Uhr

Das Modus-Modell der Schematherapie findet seine Anwendung insbesondere in der Behandlung von schweren Persönlichkeitsstörungen wie der Borderline- oder auch der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung, jedoch zunehmend auch in anderen Bereichen.

Ein Modus ist nach Young eine Gruppe von Schemata und Schemaoperationen, die in einem Menschen in einem bestimmten Moment aktiv sind. Modi kennzeichnen demnach momentane Erlebnis- oder Gesamtzustände zwischen denen ein Patient sehr rasch wechseln kann. Die Kenntnis dieser schnellen Umschwünge macht bestimmte Prozesse in der Therapie besser verstehbar.

In der Behandlung lernen die Patienten, ihre Modi zu erkennen und ihre Konflikte durch innere Dialoge aus der Perspektive des „gesunden Erwachsenen“ zu lösen. Zentrale therapeutische Techniken sind dabei die Arbeit mit verschiedenen Stühlen, die Imaginationsarbeit sowie kognitive und übende Verfahren. Dabei übernimmt der Therapeut eine aktiv-fördernde Rolle im Sinne einer „begrenzten elterlichen Fürsorge“. .

Der Workshop gibt zunächst einen theoretischen Überblick über die verschiedenen Modi und den Verlauf der Modus-Arbeit innerhalb einer Schematherapie. Die therapeutische Arbeit mit den Modi soll anhand von Demonstrationen, Videobeispielen und Übungen trainiert werden.

Dieser Workshop (ST 3) baut auf den Kenntnissen des Einführungsworkshops (ST 1) auf. Er kann jedoch unabhängig von dem Workshop „Praxis der Schematherapie“ (ST 2) belegt werden, da sich die Grundlagenworkshops ST 2 und ST 3 ergänzen.

Literaturempfehlungen:

  • Berbalk, H. & Young, J.E. (2009). Schematherapie in: H. Margraf, J., Schneider, S. (Hrsg.) Lehrbuch der Verhaltenstherapie. Band 1: Grundlagen, Diagnostik, Verfahren, Rahmenbedingungen (3. Aufl.) S. 645-668. Heidelberg: Springer Medizin.
  • Jacob, Gitta & Arntz, Arnould (2011). Schematherapie in der Praxis. Weinheim: Beltz.
  • Roediger, Eckhard (2009, 2. Auflage 2011). Praxis der Schematherapie. Stuttgart: Schattauer.
  • Roediger, Eckhard & Jacob, Gitta (2011). Fortschritte der Schematherapie. Göttingen: Hogrefe.
  • Young, J., Klosko, J. & Weishaar, M. E. (2005). Schematherapie. Paderborn: Junfermann.
  • Young, J. & Klosko, J. (2006). Sein Leben neu erfinden. Paderborn: Junfermann.
  • Zens, C & Jacob, G. (2012). Schematherapie bei Persönlichkeitsstörungen. In: Stavemann, H. (Hrsg.), KVT update (S.159-178). Weinheim: Beltz.

Siehe auch unter http://www.schematherapie-koeln.de/literatur.html